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Architektur

(2007)


Es gibt für die Architektur von Gebäuden zwei stil- und modenunabhängige Kriterien, die erfüllt sein müssen, wenn sie für den Menschen optisch angenehm erscheinen sollen:

1. Die Größe des Gebäudes muß auch von weitem gut einschätzbar sein. Das gelingt normalerweise, indem die Fenster - oder auch nur die Etagen - von außen gut erkennbar sind, d. h. von der restlichen Fläche der Außenwand klar abgegrenzt. Dadurch bekommt man einen eindeutigen Anhaltspunkt für die Gesamtgröße des Gebäudes. Denn nur wenn man sie eindeutig einschätzen kann, fühlt man sich in seiner Nähe wohl.

2. Von der äußeren Form her sollte das Gebäude so gestaltet sein, daß es rein optisch nicht genausogut auf dem Kopf stehen könnte. So wird z. B. bei Altbau-Wohnhäusern die Fensterumrahmung mit Säulen oder Stuck von Etage zu Etage nach oben hin stets weniger aufwendig. Durch diese optische Verschmälerung nach oben wirken selbst große Gebäude nicht erdrückend, genauso wie vormoderne Kirchenbauten zwar sehr groß und ehrfuchtgebietend wirken, aber, da ihre Oben-unten-Eindeutigkeit ja extrem ist, niemals erdrücken.



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