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Hobby: Shoppen

(2007)


Schon immer habe ich mich gewundert, wie es möglich sein kann, daß Leute Shoppen, also die lustbetonte Form des Konsumiernes, ernsthaft als ihr Hobby angeben. Das ist nun wirklich der Siegeszug der Konsumlogik bis in die Psychen, bis in die Selbstverständnisse der Menschen hinein. Mir selber wäre es ja schon peinlich, würde ich Lesen oder Ins-Kino-gehen* als Hobby angeben, weil ich unbewußt denke, daß eine Tätigkeit, bei der man nicht kreativ, nicht produktiv ist, doch kein Hobby sein kann – aber Kaufen als hauptsächliche Freizeitbeschäftigung? Sind Hobbys nicht eigentlich etwas, das man freiwillig, ohne einen außerhalb seiner selbst liegenden Zweck tut, was sich selber genügt, womit man seine kostbare Freizeit verbringt, was einem Freude und Erfüllung gibt und nicht etwas, was eine Notwendigkeit darstellt?

Was müssen das für seelisch arme Menschen sein, denen Shoppen das gibt?



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