Latent.de       Start | Bilder | Musik | Worte | Lyrik | Kunst | Wissenschaft | Tand | Kommentar




Konsequenzloses Interaktionsabbrechen

(2012)


Im virtuellen Raum des Internets ist die Verbindungs- und Kommunikationsmöglichkeit unglaublich, aber auch die Entzugsmöglichkeit. Man kann zwar trollen, aber man kann sich auch jeglicher Diskussion jederzeit entziehen, wenn man will. Noch extremer als bei der Interaktion mit Menschen mit geringer Aufmerksamkeitsspanne oder sehr sprunghaften, die nicht lange bei einem Thema bleiben können, kann man hier einfach jederzeit nicht mehr da bzw. virtuell anwesend sein, nicht mehr Teil der Kommunikation, der Diskussion etc. sein – und tut es auch.

Ein solches Interaktionsabbrechen zieht dann keine negativen Konsequenzen nach sich, wie in der face-to-face-Kommunikation: Kein betretenes Schweigen, keine als unhöflich empfundene Themaverschiebung, Aufmerksamkeitsverschiebung auf neue Kommunikatiospartner etc.; es wird oft noch nicht einmal sichtbar und für die Beteiligten wahrnehmbar, daß hierein Interaktionsstrang abgebrochen wurde.

Was die Konsequenzen der wiederholten Praxis und damit Einübung derartigen Interaktionsverhaltens sind, und ob es auch das Verhalten im nicht-virtuellen Raum verändert, bleibt abzuwarten.



[zurück]