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Stanislaw Lem: Solaris

(2007)


Wer diesen Roman liest, lernt zweielei: Wir wollen in dem, was uns umgibt und was uns begegnet, einen Sinn erkennen und wir wollen das, was wir nicht verstehen, als absichtsvolles Handeln interpretieren oder zumindest als eine Gesetzmäßigkeit erkennen. Gelingt es uns nicht, sind wir hilflos.

Hilflos wie ein Mensch der Frühzeit angesichts unverstehbarer Naturphänomene ist die Wissenschaft, die sich in diesem Science-Fiction-Roman mit dem Planeten Solaris und den seltsamen Dingen, die auf ihm passieren, beschäftigt und genauso wie jener ist es ihr nicht möglich, eine Grenze zwischen Realität und Traum, zwischen Psyche und Außenwelt zu ziehen. Der Leser bekommt hier nicht nur Spannung geboten, sondern kann auch mit dem wunderbar stillen Humor Lems über die Wissenschaft schmunzeln, die niemals aufgibt, die Dinge erklären zu wollen, auch wenn die Vergeblichkeit und Aussichtslosigkeit überdeutlich ist.

Es gilt also mal wieder: Buch lesen ist mehr als Film gucken.



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