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Arthur Schnitzler: Traumnovelle

(2007)


In diesem Buch geht es um Verlangen. Und zwar nur Verlangen, ohne daß jemals die dazugehörige Erfüllung erfolgte. Egal was passiert, es wird etwas Unbekanntes, Spannendes angedeutet, die Hauptfigur und der Leser entwickeln Interesse, Verlangen nach Aufklärung, danach, daß geschieht, was sich angekündigt hat – was sich bei genauerem Hinsehen fast nur in der Phantasie beider angekündigt hat -, sie entwickeln große Sehnsucht danach. Und dann: Nichts passiert, die Sehnsucht geht ins Leere und ein neues mögliches Geschehen kündigt sich an und eine neue Sehnsucht erwacht.

So geht es dann immer weiter, doch wenn man die Traumnovelle zuende gelesen hat, hört man schließlich auf, sich darüber zu ärgern, daß alles immer nur angedeutet und nichts ausgeführt wurde und freut sich hingegen, daß es genau so war. Denn man erkennt, daß im Nachhinein das Sehnen immer viel schöner ist als die Erfüllung.



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