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Wissenwollen

(2011)


Neben der zu lernenden Medienkompetenz fürs Internet, bei der man den Umgang mit der potentiell unendlichen zur Verfügung stehenden Information lernen muß - also der Situation alles wissen zu können - wird man auch lernen müssen, etwas nicht wissen zu wollen angesichts dieses unbegrenzten Wissenkönnens. Denn wenn es für jede Frage eine Antwort gibt, die man nur "nachgooglen" muß und man das durch die permanente Vernetzung auch immer und überall sofort tun kann, dann wird es keinen Zustand mehr geben, in dem man von einer Frage, einem Problem längere Zeit umgetrieben wird, keinen Zustand der intensiven Auseinandersetzung damit oder auch nur des Rätselns.

Verhindert werden könnte das nur entweder durch eine technische Unzulänglichkeit - z. B. daß man nicht findet, was man sucht - oder eben das (zumindest vorläufige) bewußte Augenverschließen vor der schon bereitstehenden Antwort. Daß erstere immer weiter abnehmen wird, ist kar. Daß letzeres der natürliche nach sofortiger Auflösung verlangende Wissensdrang wohl verhindert wird, ist zu befürchten.



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